Cleavage-Theorie auswendig wissen


Kluft

Cleavage bedeutet „Kluft“ oder „Spaltung“. Die Cleavage-Theorie wurde 1967 von den Politikwissenschaftlern Seymour Martin Lipset und Stein Rokkan entwickelt. Sie versucht, Wahlergebnisse und die Entwicklung von Parteisystemen in europäischen Staaten zu erklären. Dies tut sie, indem sie sich vier langfristigen Konfliktlinien widmet. Sie ist elementar für die historische Wahlforschung.

Diese Konfliktlinien sind:

Kapital       <–>     Arbeit
Kirche        <–>     Staat
Stadt           <–>     Land
Zentrum    <–>     Peripherie

Spätestens seit den 1980er Jahren nimmt die Wichtigkeit traditioneller Konfliktlinien in westlichen Industriegesellschaften zwar ab – wodurch auch die Erklärungskraft der Cleavage-Theorie abnimmt, aber nichtsdestoweniger liefert sie ein gutes Grundgerüst, um beispielsweise die Parteienbedeutung in der Weimarer Republik analysieren zu können.

Cleavage-Theorie auswendig wissen

Um die Cleavage-Theorie auswendig zu wissen, stellst du dir in deinem Gedächtnispalast eine Kluft vor. In dieser Kluft siehst du ein Lippen-Set, das die Lieder von Rock am Ring nachsingt. Auf dem Boden der Schlucht wachsen lauter vierblättrige Kleeblätter. Du siehst in der Schlucht auch, wie Karl Marx versucht, eine Kirche abzureißen. Schließlich einigt sich Marx mit dem Pfarrer der Kirche darauf, dass die Kirche stehen bleibt, wenn der Pfarrer bei einer Partie Stadt-Land-Fluss gewinnt. Der Pfarrer gewinnt und lädt Marx zum Trost auf einen Kaffee in das Central Perk (das Café aus „Friends“) ein.

Erklärung

Die Kluft ist der Trigger für die Cleavage-Theorie. Lippen-Set steht für Lipset, Rock am Ring für Rokkan – also die beiden Autoren. Die vierblättrigen Kleeblätter dienen der Erinnerung, dass es um vier klassische Konfliktlinien geht. Karl Marx steht für die Konfliktlinie Kapital <–> Arbeit. Die Kirche steht – logischerweise – für die Kirche. Stadt-Land-Fluss steht für die Konfliktlinie Stadt <–> Land. Das Central Perk steht für die Konfliktlinie Zentrum <–> Peripherie. „Central“ klingt ähnlich wie „Zentrum“. Bei „Perk“ und „Peripherie“ sind es immerhin die ersten Laute, die ähnlich sind. In diesem Fall geht es also um phonetische Assoziation, nicht um inhaltliche. Trotzdem funktioniert es.

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